Ob im alltäglichen Leben oder im Internet, Gefahren lauern überall. Im Urlaub warnt uns der Reiseführer vor berüchtigten Ecken, die man lieber meiden sollte, im Internet ist dies weniger einfach. Manche Abzock-Seite tarnt sich geschickt im Gewand der eigenen Bank-Homepage und oft kommt ein Trojaner erst dadurch auf den PC, dass der Benutzer einer Seite vertraut, die vor einer vermeintlichen Sicherheitslücke warnt. Vor solchen Gefahren schützen auch die meisten Antiviren-Programme nicht.

Wir stellen Ihnen hier fünf „Todsünden“ vor, und geben Tipps, wie sich diese vermeiden lassen. Wer solche Fehler vermeidet, kann sich eine Menge Ärger ersparen.

1) Persönliche Daten auf zwielichtigen Seiten preisgeben

Oft kommt man nicht drum herum im Internet seine persönlichen Daten anzugeben. Auf seriösen Websites ist auch nichts dagegen einzuwenden, sie dienen hier dem vom Anwender gewünschten Zweck und ermöglichen dem Anbieter z.B. die Zustellung bestellter Ware. Dennoch sollte man immer prüfen, in welcher Form die Daten gegebenenfalls weiterverwendet werden. Wenn das Unternehmen die Daten nicht zu Werbezwecken, sondern nur im Zusammenhang mit dem konkreten Auftrag oder Anliegen nutzt, ist dies löblich aber leider nicht die Regel. Steht in den AGB zum Beispiel, dass nur „Partnerunternehmen“ die Daten nutzen dürfen, ist Vorsicht angebracht, da oft nicht näher definiert ist, welche diese Partnerunternehmen sind. Unseriöse Webseiten, die etwa mit Download-Angeboten gegen das Urheberrecht verstoßen, werden keine Skrupel haben Nutzerdaten zu missbrauchen.

Tipp: Man sollte sich bei der Preisgabe von persönlichen Daten immer fragen, ob der Anbieter überhaupt einen sinnvollen Grund hat, Adresse oder andere Daten zu erfahren. Besondere Vorsicht gilt bei Bankdaten: Bei der Angabe von Kreditkarteninformationen oder Bankverbindungen  sollten sie noch zurückhaltender sein!

2) Webseiten mit aggressiver Werbung benutzen

Es gibt im Internet eine Schar von Websites, auf denen sich zum Beispiel die neusten Kinofilme anschauen lassen. Meist finanzieren sich diese Seiten durch aggressive und animierte Werbung, von der man fast erschlagen wird. Es öffnen sich viele Fenster, ein Popup mit dem Versprechen von hohen Startgeldern bei Online-Poker-Spielen hier, ein Sex-Banner dort, oder – besonders heimtückisch – eine gelbunterlegte Meldung auf der aufgerufenen Webseite, die wie eine Fehlermeldung des Browsers aussieht. Beim Klick wird man dann dazu verführt ein Update für seinen Media-Player zu installieren, in Wahrheit handelt es sich zum Beispiel aber um eine Software, die an ein kostenpflichtiges Abo gebunden ist und noch dazu weitere Werbe-Software auf Ihrem PC installiert.

Tipp: Natürlich sollte man solche Websites meiden, wenn man sich jedoch doch einmal damit konfrontiert sieht, sollte der Anwender ohne zu klicken, die Maus über eine solche Meldung führen. In der Fußzeile des Browser erscheint dann die Adresse der Seite, die bei einem Klick aufgerufen werden würde. Der Benutzer kann anhand dieser Information entscheiden, ob er dorthin geführt werden möchte oder nicht.

3) Bei illegalen oder unautorisierten Quellen einkaufen

Bei diversen Software-Download-Diensten findet man teure Software zum Spottpreis. Die Preise sind hier oft bis zu 95% günstiger als bei herkömmlichen Anbietern und werden damit begründet, dass das Anfertigen von Datenträgern und Benutzerhandbüchern erspart bleibt und der Benutzer die Software selbst downloaden muss. Die Angebote sollen angeblich auch legal sein, da es sich um günstige Sammel- oder OEM-Lizenzen handelt.

Da diese Vertriebswege vom Hersteller aber nicht autorisiert sind, wird der Kunde hier keinen Support und keine Programm-Aktualisierungen erhalten. Oft handelt es sich auch um englischsprachige Software, bei der sich keine deutschsprachige Benutzeroberfläche einstellen lässt.

Tipp: Vermeiden Sie solche Angebote, und beziehen sie Software immer über autorisierte Fachhändler. Sie vermeiden dadurch die Angabe von Kreditkarten-Daten auf dubiosen Webseiten und das Risiko von illegal bezogener Software, sowie die fehlende Hersteller-Unterstützung.

4) Auf allzu verlockende Angebote eingehen

Jeder kann im Internet alles schreiben und versprechen. Das Versprochene einzufordern ist später aber oft schwierig bis unmöglich. Man sollte daher im Internet nicht nach dem Motto „Geiz ist geil“ handeln, sondern sich auf seinen gesunden Menschenverstand verlassen. Misstrauen ist vor allem angesagt, wenn man finanziell in Vorleistung treten muss, wie es zum Beispiel bei Mobilfunkverträgen oft der Fall ist, bei denen der Kunde  zeitversetzt oder in mehreren Schritten eine Kostenerstattung („Cash-Back“) erhalten soll.

Der Anbieter verspricht bei zwei abgeschlossenen Mobilfunkverträgen eine Spielekonsole, einen MP3-Player oder ein Notebook – natürlich zusätzlich zum hochwertigen Smartphone. Es sollen keinerlei Zusatzkosten entstehen, was durch die hohe Provision möglich wird, die der Provider dem dubiosen Händler zahlt und dieser für seine Kundengeschenke nutzt. Wenn der Händler zahlungsunfähig wird – kann das aber gehörig in Auge gehen.

Tipp: Es ist besser die Finger von Angeboten zu lassen, die eigentlich viel zu günstig sind, um wahr zu sein. Prüfen Sie in jedem Fall durch eine online-Recherche die Seriosität des Anbieters und wie lange sich dieser schon auf dem Markt hält.

5) Download-Links von zwielichtigen Webseiten nutzen

Datei anklicken und downloaden, per Filesharing-System oder Direkt-Download. Das scheint einfach zu sein, doch oft handelt es sich bei der gewünschten Freischaltmöglichkeit für teure Software nicht um das gewünschte Programm, sondern um einen Trojaner. Die Fachzeitschrift PC-Welt hat dies mit einem Key-Generator für eine teure Grafiksoftware ausprobiert und von den zehn Dateien, die heruntergeladen wurden, waren nur drei virenfrei. Weiterhin schaltete lediglich eine die Grafik-Software (illegal) frei.

Viele Websites gehen mittlerweile dazu über die Downloads von ihren Anwender bewerten zu lassen, oder Trusted-Symbole an vertrauenswürdige User zu vergeben, die schädlingsfreie Daten zum Download zur Verfügung stellen. Aber auch hier ist Manipulation möglich.

Tipp: Generell sollte man natürlich auf solche Downloads verzichten, möchte man dennoch eine Datei aus unsicherer Quelle überprüfen, empfiehlt es sich dies in einer abgeschlossenen, virtuellen Umgebung (z.B. in einem VMWare-System) zu tun.